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Enduro One Wildschönau

Rohland Christoph 13.07.2018

Am letzten Wochenende haben Luise und Christoph Rohland das erste Mal an einem Endurorennen teilgenommen. 

Für alle, die dieses Format noch nicht kennen: Beim Endurorennen werden nur sogenannte Stages gemessen. Für die Transferstrecken kann man sich Zeit lassen. Die Stages gehen meist bergab, Transfer bergauf. Wer jetzt meint, dass das ja easy ist, sei eines Besseren belehrt.

Auf der Hinfahrt am Freitag bekamen wir schon Nachrichten, dass wir doch bitte die Sonne einpacken sollten. Donnerstag und Freitag hatte es kräftig geregnet. Samstag morgen war der Regen vorbei und zunehmend kam die Sonne heraus.

Also frohgemut zum Training am Morgen. Stage 1 empfing uns im Einstieg mit einem steilen Trail, der mit Treppen anfing und stark verwurzelten, steilen Spitzkehren weiterging. Das Reifenprofil war innerhalb kürzester Zeit unter dem Matsch verschwunden. Ungewohnte Bedingungen nach Monaten im trockenen Mittelgebirge.

Und es war sofort klar, dass hier ganz andere Fertigkeiten, als bei einem Marathon gefragt waren. Während wir, wie viele Andere, doch eher unrund runter kamen, gab es auch eine Menge Fahrer, die diese Spitzkehren und Stufen flüssig und schnell nahmen.

 

Stage 5 war genauso rutschig, allerdings eher gradlinig und Stage 6 eine etwas uninteressante kurze Strecke mit Holzelementen die Wiese runter nach Oberau in's Festivalgelände.

Auf Stage 6 wurde dann auch der Prolog gefahren: Die erste Wertung, die den Startplatz für Sonntag ermittelte. Hier bestätigte sich dann auch, was sich im Training schon andeutete: Wir würden aus den hinteren Startblöcken starten. Da die Stages im Zeitfahrmodus gefahren werden, ist der Startplatz eh nicht so relevant. Daher entschieden wir zusammen mit Dennis von den Pfalzbikern, dass wir alle gemeinsam in Luises Block hinten starten. Dadurch hatten wir ein tolles Gemeinschaftserlebnis. Die meiste Zeit sind wir entspannt zusammen gefahren. Und in den Stages konnten wir unabhängig Gas geben. 

Die Bedingungen im Rennen waren deutlich besser als im Training. Trotzdem war der Untergrund noch sehr rutschig.

Also ab in Stage 1: Dennis zuerst, dann Christoph und zum Schluss Luise. Nach dem ersten Abschnitt rutscht Dennis aus, weil der Fahrer vor ihm Schwierigkeiten hat und er nicht aufpasst. Christoph hat mehr Glück und kann den Fahrer in einer Spitzkehre ohne Probleme überholen. Allerdings verhaut er die kritische Kurve mit den schmalen Wurzeln neben einem tiefen Loch und stolpert sich so durch diese Kurve. Ansonsten läuft es gut. Nur am Schluss der kurze Anstieg ist überraschend und natürlich ist der falsche Gang drin. Luise kommt auch gut durch und so treffen wir uns am Schluss der Stage ausgepumpt, aber guter Dinge.

Zu Stage 2 hieß es, dass sie genauso schwer wie die erste Stage sei. Das haben wir dann doch anders erlebt: Immer noch sehr technisch, war sie doch etwas leichter zu fahren als die erste.

Stage 3 fing mit einem schnellen Doubletrack an, der recht abrupt in ein ausgesetztes, nasses Wurzelfeld überging. Wer hier nicht aufgepasst hat, konnte schnell in Schwierigkeiten geraten. Wir allerdings kamen gut durch und hatten viel Spaß.

 

Stage 4 war ein flowiger alpiner Wanderweg mit einigem Auf und Ab. Ganz nach Christophs Geschmack. Allerdings überraschte er uns alle mit einer gemeinen engen 90° Kurve mit Drop kurz bevor er uns im Dorf wieder ausspuckte. 

Von hier ging es einige hundert Höhenmeter hoch zu Stage 5. Hier zeigte sich mal wieder, dass die Biker beim Enduro eher aus dem Downhill kommen. Das Tempo war sehr gemütlich. Für Christoph zu gemütlich. Irgendwann juckten die Hummeln im Hintern und er musste einfach mal Gas geben. Das führte zu einigen irritierten Blicken. Insbesondere als er dann wieder von hinten kam, nachdem er einen kleinen Trail extra gefahren war. 

Stage 5 kannten wir ja wieder aus dem Training. Sie war immer noch sehr nass, aber doch gut zu fahren. Luise hatte leider etwas Probleme mit dem Starter hinter ihr, der sie erst überholte, um sich dann direkt vor ihr in den Matsch zu werfen!

Zu guter Letzt kam dann Stage 6 über die Wiese. Jetzt traute sich Christoph auch das Road-Gap zu fahren. Die Landung war zwar nicht perfekt, aber immerhin.

Und damit war eine lange Tour gemeinsam beendet.

 

Vor dem Rennen habe ich Kommentare bekommen, wie "Das ist ja ganz einfach, nur runterfahren". Da sprechen die Ergebnisse eine andere Sprache: Beim Marathon lande ich normalerweise im vorderen Drittel. Hier war nicht mehr drin als der 16te von 22 Startern in der Super Senior Klasse. Und am Ende der Stages war ich mindestens so ausgepowert, wie nach einem langen Anstieg.

Luise und ich freuen uns schon auf das nächste Rennen bei der Trail Trophy in Flims Anfang August.